Exkurs Walser-Siedlungen

Überblick Maiensässe
Pendla betrachtet von der anderen Talseite – Oktober 2002. (Bild: Luzi Nett)

Ein erster Überblick über die «Pendla-Region».

Überblick Maiensässe
Überblick über die Maiensässe.

Pendla – so werden die Maiensässe von Grüsch genannt. Sie galten schon in den früheren Jahrhunderten als besonders schöner Flecken Erde. Insgesamt 28 Pendla-Maiensässe liegen am Landquarterberg in der Höhe von 1'000 – 1'400 Meter über Meer. In den 40-50er-Jahren wurden alle Pendla auch wirklich noch als Maiensässe genutzt und als solche von den Grüscher Bauernfamilien geliebt und auch als Heusparer sehr geschätzt, weil alle Inhaber berechtigt waren gemeinsam die zugehörigen Allmenden zu nutzen. Das heisst von ihrem Vieh täglich beweiden zulassen. Diese Nutzung erfolgte jeweils im Mai und Juni bis zur Alpfahrt und danach im Herbst nochmals nach der Alpentladung zwei Wochen lang. Komfortable Maiensäss-Häuschen waren damals die Ausnahme. Zu den meisten Pendla gehörten nur sehr einfache aus Rundholz gezimmerte Hütten, mit Erdboden und mit stark rauchgeschwärzten Wänden im Inneren. In einem weiteren Bereich befand sich der Milch- und Käsekeller.

Die Veränderung einer Hütte sieht man am besten anhand von diesem Vergleich:

Früher: Die Rundholz-Hütte.

altes Pendla altes Pendla
1982 – Ein Pendla mit alter Hütte mit Profil für das neue Hüschi. (Bilder: Luzi Nett)

Heute: Das komfortable Maiensäss-Häuschen.

neues Pendla neues Pendla
1999 – Neue Hütte. (Bilder: Luzi Nett)

Jede Hütte hat ihre Geschichte. Auf einem «Walser-Spaziergang» halte ich einige Hütten fotografisch fest. Alle Bauwerke haben einen ähnlichen Baustil. Vor ungefähr 600 Jahren haben sich hier die Walser niedergelassen. Sie haben diese Hütten gebaut und besiedelt. Der Ursprung von den Walsern stammt aus Davos. Seit dem 12. Jahrhundert zog die Volksgruppe immer weiter durch den Alpenraum, und so auch auf Pendla.

Collage Walser-Siedlungen
Walser-Siedlungen – jede Hütte hat ihre Geschichte.

Die Geschichte von unserem Maiensäss kennen wir natürlich am besten. Es gehörte einst zu den schönsten und besten Pendla’s. Mit 2.3 Hektaren gehörte es zum grössten und ertragreichsten Maiensäss. Es war 150 Jahre lang im Besitze der Adelsfamilien «von Salis» aus Grüsch. Beliebt war es auch, weil es auf einem grossen, flachen Boden lag. Viele andere Hütten wurden in der Schräge gebaut, was für die Bewirtschaftung umständlicher war. Die Örtlichkeiten benannte man anhand von den Räumlichkeiten eines Hauses. Bei uns heisst es deshalb «in der Stubä» - also im gemütlichsten Raum eines Hauses, dem Wohnzimmer.

Collage Pendlahuettli
Unsere «Stubä» war im Besitze von Grüscher Adelsfamilien.

Der Stall wurde im Jahre 1859, das Hüschi anno 1935 erbaut. Zu dieser Zeit war es vermutlich die einzige Maiensässhütte auf Pendla, die mit Matrazenbetten ausgestattet war. Von da an wurde baulich nichts mehr verändert. Einzig musste die Quellfassung von 1960 saniert werden. Ebenfalls wurde 2001 das Hüttli mit einer Solaranlage für den Strom ausgestattet.

Collage Pendlahuettli
Stallhof mit Stall – seit 1859 hat sich hier nicht mehr viel getan.